Zell am Harmersbach

»Hahn und Henne« haben das idyllische Schwarzwaldstädtchen mit seinen schönen Fachwerkhäusern und Jugendstilbauten berühmt gemacht. An der südlichen Stadteinfahrt steht jene Keramikfabrik, in der das Geschirr mit dem beliebten Motiv produziert wird.
Außer der Keramikindustrie haben in Zell am Harmersbach das Holz verarbeitende Gewerbe und der Fremdenverkehr wirtschaftliche Be- deutung. Beiderseits des Harmersbachs stehen noch einige stattliche Bauernhöfe mit charakteristischen Walmdächern. Das vermutlich als Außenposten des Benediktinerklosters in Gengenbach gegründete Zell (Cella) wurde 1139 erstmals urkundlich erwähnt. Ab der Mitte des 13. Jh.s bis 1803 war Zell am Harmersbach Freie Reichsstadt.

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Sehenswertes in Zell am Harmersbach
Ansehnliche Fachwerkhäuser des 18. und 19. Jh.s, die sich entlang der Hauptstraße mit hübschen Jugendstilbauten abwechseln, prägen das Bild des denkmalgeschützten Stadtkerns. Ein Rest der Stadtbefes¬tigung ist der 1462 errichtete Storchenturm. Er beherbergt das Hei¬matmuseum (Öffnungszeiten: Apr. – Okt. Di. – So. 14.00 – 17.00 © Uhr). Gegenüber steht die Alte Kanzlei, die 1760 erbaut worden ist.
Sie beherbergt die Touristeninformation. In der zwischen 1790 und 1794 entstandenen Stadtkirche St. Symphorian ist der Altaraufbau mit Orgel und Sängerempore ungewöhnlich. In der Villa Haiss sind Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst bewundern (Am Park 1; Öffnungszeiten: Mi., Fr., Sa. 12.00 – 17.00, Do. 18.00 – 22.00, So. 13.00 – 18.00 Uhr).
An der Straße nach Unterharmersbach steht die Wallfahrtskirche. Um 1480 erbaut, wurde sie im 18. Jh. erneuert. Die Bezeichnung »zu den Ketten« erklärt sich aus zwei wundersamen Ereignissen, der Be¬freiung eines Gefangenen von seinen Ketten und dem Versuch, eine in der Kirche hängende Kette zu einem Steigbügel umzuschmelzen.
Weiter der Hauptstraße folgend, gelangt man zum Fürstenberger Hof aus der Mitte des 17. Jh.s. Er war bis 1970 noch bewirtschaftet und ist heute als heimatgeschichtliches Museum zugänglich. Nach einem Brand im Jahre 1991 wurde der Hof originalgetreu wiederaufgebaut (Öffnungszeiten: Mai – Sept. Do. u. So. 15.00 – 17.00 Uhr).
Umgebung von Zell am Harmersbach
6 km nördlich von Zell liegt der Luftkurort Nordrach (300 – 875 m ü.d.M.; 2000 Einw.) am gleichnamigen forellenreichen Bach. Die Häuser des Ortes hegen weit über das Tal verstreut. Nicht nur Kinder begeistert das Puppenmuseum mit 1000 nach verschiedenen The¬menbereichen geordneten Puppen (Öffnungszeiten: Fr., Sa., So. u.
Fei. 14.00- 17.00 Uhr). Nach Voranmeldung können die restaurierte Maile-Gießler-Mühle sowie die Backofenschmiede besichtigt werden.
Ein beliebtes Ausflugsziel ist das 1774 südöstlich des Ortskerns er¬baute Gasthaus »Zum Mühlstein«.
Ein Fahrsträßchen führt von Unterhermersbach hinauf auf den 934 m hohen Brandenkopf (Aussichtsturm, Gasthaus), einen der meist- besuchten Aussichtsberge im mittleren Schwarzwald.

Wutachschlucht

Das vom Hochschwarzwald zunächst in östlicher Richtung verlau¬fende und bei Blumberg scharf nach Südwesten umbiegende und streckenweise als Schlucht ausgebildete Tal der Wutach ist eine der interessantesten Flusslandschaften Deutschlands.
Nach dem Einbruch des Oberrheingrabens und nach der Eiszeit hat sich der Hochrhein-Zufluss Wutach infolge rückschreitender Erosion von Süden her in die Landschaft eingegraben. Spätestens am Ende der letzten Eiszeit hat die Wutach bei dem heutigen Städtchen Blum¬berg den alten Oberlauf der sog. Feldberg-Donau förmlich geköpft, d. h. Wasser, das vordem vom Feldberg in östlicher Richtung und am Südrand der Schwäbischen Alb entlang in Richtung Schwarzes Meer floss, sollte nunmehr zum Hochrhein abgelenkt werden, der in die Nordsee mündet. Auf ihrem Weg von den Schwarzwaldhöhen bis zu ihrer Mündung in den Hochrhein bei Waldshut-Tiengen durchmisst die Wutach streckenweise in spektakulären Schluchten praktisch alle Stockwerke des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes, vom kristalli¬nen Grundgebirge mit Granit und Gneis über die Trias (Buntsand¬stein, Muschelkalk, Keuper) bis zum Jura (Lias, Dogger, Malm).
In den schwer zugänglichen schluchtartigen Talabschnitten hat sich eine artenreiche Flora und Fauna halten können. Man unterscheidet hier nicht weniger als 2500 verschiedene Pflanzenarten – von der all¬gegenwärtigen Pestwurz und dem wegen seiner Früchte geschätzten Weißdorn bis zum Salbei und zum Enzian. Bekannt ist die Wutach¬schlucht auch als Standort seltener Orchideen. Kenner finden hier nicht nur verschiedene Knabenkräuter, sondern auch den Gelben Ei¬senhut und den Türkenbund. In kühn angelegten Horsten nisten Mäusebussard, Wespenbussard, Roter Milan, Habicht, Sperber, Turmfalke und der äußerst seltene Wanderfalke. Und auch der noch seltenere Eisvogel kann mit Geduld gesichtet werden. Vielgestaltig wie sonst kaum irgendwo in Deutschland bietet sich die Welt der Reptilien dar. Man trifft auf Blindschleichen, Ringel- und Schlingnat¬tern, Kreuzottern, Feuersalamander, diverse Molche, Frösche und Kröten, darunter auch die kleine, aber seltene Geburtshelferkröte.

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Entlang der Wutach
Die beiden interessantesten Talabschnitte sind die 1928 vom Badi¬schen Landtag unter Naturschutz gestellte Obere und Mittlere Wu¬tachschlucht (zwischen der Einmündung der Rötenbachschlucht und der Einmündung der Gauchachschlucht nordöstlich von Bonndorf).
Unbedingt lohnend ist deshalb eine Wanderung von Gutachbrücke bei Kappel bis hinunter zur Wutachmühle (ca. 24 km; 6-8 Std., je nach Interessenlage; festes Schuhwerk dringend erforderlich) auf streckenweise drahtseilgesichertem Pfad.
Mündungsfernster Quellfluss der Wutach ist der Seebach, der aus dem Urgestein der Seehalde des Feldberges hervorbricht, zunächst ein relativ breites, von Gletschereis ausgeschliffenes U-Tal und dann den Titisee (►Titisee-Neustadt) durchfließt. Vor Neustadt biegt das Gewässer – jetzt mit dem Namen GutacH – nach Südosten ab in ein tiefes Kerbtal, das sich bei Kappel-Gutach- brücke recht imposant zeigt. Weiter südöstlich – bereits im Bunt¬sandstein – vereinigt sich die Gutach mit der von Falkau bzw. Lenz- kirch kommenden Haslach und dem wenig später aus einer wildro¬mantischen Talschlucht von Norden heranrauschenden Rötenbach zur jetzt schon wasserreichen und wild anmutenden Wutach.
Unterhalb der Einmündung der Rötenbachschlucht und südwestlich unterhalb der kleinen Ortschaft Göschweiler hat sich die Wutach ei¬ne recht eindrucksvolle Schlucht in den Buntsandstein und den Gra¬nit des Grundgebirges gegraben. Eine großartige Szenerie bietet sich beim Räuberschlössle, wo markante und sehr widerständige Quarz¬porphyrfelsen von den Kräften der Erosion herauspräpariert sind. Der Wanderweg führt nun weiter an der Glöcklerhalde entlang zur Schattenmühle (Gasthaus).
Nicht versäumen sollte man einen Abstecher (ca. 1 Std.) von der Schattenmühle in die südwärts in das Ostschwarzwälder Granitmas¬siv hineingesägte wildromantische Lotenbachklamm.
Von der Schattenmühle geht es, der Wutach auf der linken Talseite folgend, vorbei an der Sägemühle und durch einen für diese Land¬schaft typischen Ahorn-Eschen- Schluchtwald zur vom Rappenfel¬sen beherrschten Dietfurt.
Bei Bad Boll, einem im vorigen Jahrhundert gern besuchten Kurort mit heilkräftiger Quelle, dessen Ge¬bäude im Dornröschenschlaf dalie¬gen, wechselt man auf einer Holz¬brücke auf die rechte Talseite. Hier stehen noch einige alte Linden und Eschen.
Unterhalb von Bad Boll erreicht man den in den Hauptmuschelkalk gesägten Canyon der Mittleren Wutachschlucht. Nach der Einmün¬dung des Tannegger Baches erreicht man den unter der Bezeichnung »Ludwig-Neumann-Weg« bekannten Höhepunkt der Wanderung. Auf waghalsig angelegtem und mit Eisen bzw. Drahtseilen gesicher¬tem Pfad – hoch über der durch den Muschelkalk tosenden Wutach – durchmisst man eine grandiose Szenerie, deren Schönheit noch durch eine weitestgehend unberührte und äußerst vielgestaltige Flora unterstrichen wird. Und über alledem kreisen der Bussard, der Milan und der Wanderfalke.
Unterhalb der Schurhankerhütte versickert ein Teil des Wutachwas¬sers im stark verkarsteten Kalkgestein, um knappe zwei Kilometer weiter östlich – unterhalb dem schwindelerregend konstruierten Rümmelesteg – wieder an die Oberfläche zu sprudeln (Wutachaus¬tritt).
Man erreicht wieder die Talsohle und gelangt gemütlich zur Einmün¬dung der Gauchachschlucht (s. unten) und zur Wutachmühle (Ein¬kehrmöglichkeit, Parkplatz).
Südlich der an der B31 gelegenen Ortschaft Döggingen stürzt das vom Ostrand des mittleren Schwarzwaldes kommende Flüsschen Gauchach durch eine wilde, in den Hauptmuschelkalk regelrecht eingesägte Schlucht zur mitunter ziemlich reißenden Wutach hinun¬ter.
Unterwegs kann man bei der Burgmühle eine Rast einlegen und vor den Ruinen der durch Hochwasser zerstörten Lochmühle er-schauern. Die Gauchachschlucht ist durch einen gesicherten Wander¬weg erschlossen. Bei Hochwasser — dies kann auch nach einem som¬merlichen Gewitterguss sein – ist es nicht ratsam, durch die enge Schlucht zu wandern!
Hinweis: Die mehrere tausend Jahre früher angelegte Untere Wutach¬schlucht (Wutachflühen) ist unter dem Stichwort ►Blumberg näher beschrieben.

Wolfach

Im mittleren Kinzigtal liegt das alte Flößer- und Bergbaustädtchen Wolfach, das sich dank seiner landschaftlich reizvollen Umgebung inzwischen auch zu einem beliebten Touristenziel entwickelt hat.
Bereits im Mittelalter wurde der Eingang zum erzreichen Wolftal von einer Burg bewacht. Im 11. Jh. fanden die Herren von Wolfach erst¬mals Erwähnung. Im 13. Jh. wurde der Ort fürstenbergisch und er¬hielt im frühen 14. Jh. das Stadtrecht. In der Folgezeit entwickelte sich Wolfach zu einem Zentrum des Holzhandels. Die Wolfacher Schifferschaft beherrschte die Flößerei auf der Kinzig. Im Laufe ihres Bestehens wurde die Stadt mehrfach von verheerenden Bränden, Hochwässern und starken Eisgän¬gen heimgesucht. Der letzte schlimme Stadtbrand wütete 1892.

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Sehenswertes in Wolfach
Das 1681 anstelle eines Vorgänger¬baus des 13. – 15. Jh.s errichtete Schloss der Fürstenberger ist eine der wenigen noch vollständig er¬haltenen Residenzen aus jener Zeit im Schwarzwald. Die ältesten Bau¬teile der Schlosskapelle stammen noch aus dem 13. Jahrhundert. Im Schloss ist das reichhaltige Wolfa¬cher Heimatmuseum unterge¬bracht. Hier sind nicht nur Mine¬ralien und Zeugnisse des Bergbaus aus der näheren Umgebung sowie vor- und frühgeschichtliche Funde zu sehen, sondern auch alte Doku¬mente, Geräte, Werkzeuge und Produkte alter Handwerke sowie eine volkskundliche Ausstellung (u.a. Trachten, Brauchtum, Kunst¬gewerbe) und Arbeiten Wolfacher Künstler (Öffnungszeiten: Mai – Okt. Di., Do., Sa., So. 14.00 bis 17.00, So. auch 10.00 – 12.00, Nov.
– April Do. u. 1. So. im Monat 14.00- 17.00 Uhr).
Das Rathaus besticht mit seiner Sandsteinfassade und den Wand¬malereien des Künstlers Eduard
Trautwein. Das Rathaus musste nach dem letzten großen Stadtbrand 1892 neu aufgebaut werden.
Die spätgotische Laurentiuskirche mit ihrem schönen Netzgewölbe wurde 1515 in der Vorstadt am rechten Kinzigufer errichtet. Im Chor sind Fragmente mittelalterlicher Fresken freigelegt. Vor dem Gotteshaus beeindrucken schön geschmiedete Grabkreuze.
Die Wolfacher Dorotheenhütte am westlichen Stadtausgang ist eine der letzten Glashütten im Schwarzwald. Hier kann man Zusehen, wie formschöne Gläser mundgeblasen werden und Bleikristall geschliffen wird. Angeschlossen sind ein Glasmuseum und eine Glaskunstaus¬stellung (Öffnungszeiten: Mai – Dez. tgl. 9.00 – 16.30, Jan. – April nur werktags 9.00 – 16.30 Uhr).
Umgebung von Wolfach
Etwa 2 km nördlich der Kernstadt liegt der Luftkurort Oberwolfach im landschaftlich reizvollen Tal der Wolf. Einen Besuch lohnt das Mi¬neralien- und Bergbaumuseum, das im historischen Hofbauernhaus untergebracht ist. Man sieht nicht nur seltene Mineralien wie Ranka- chit und Clarait, sondern auch sog. Micromounts, jene kleinsten Mi¬neralstufen, die nur mit der Lupe erkennbar sind (Schulstr. 5;
Öffnungszeiten: Mai – Okt. tgl. 11.00 – 17.00, Nov. geschl., Dez. bis April tgl. 14.00 – 17.00 Uhr).
Ein kunsthistorisches Kleinod ist die Rokokokirche im Ortsteil Kir¬che, die im Jahr 1762 dem hl. Bartholomäus geweiht worden ist. Als
Meisterwerke gelten der Hochaltar und die Kanzel sowie die Kreuzigungsgruppe und die Pieta. Der Fegerhof im Ortsteil Kirche ist das Musterbeispiel eines so ge¬nannten Wolftäler Schwarzwald¬hauses: Auf den Unterbau aus Stein folgt ein Fachwerk-Hauptgeschoss und ein hölzernes Obergeschoss mit weit ausladendem und schüt¬zendem Walmdach.

Wehr

Das alte Städtchen im Wehratal zwischen Dinkelberg und Hotzen¬wald ist bekannt als Standort eines namhaften Unternehmens der chemisch-pharmazeutischen Industrie.
Im 6. Jh. siedelten Alamannen im unteren Wehratal. Wohl im 10. Jh. hat hier ein christliches Gotteshaus bestanden. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1092. Um 1230 kamen Burg und Herrschaft Wehr an die Herren von Klingen, ab 1252 hatten die Habsburger das Sagen. 1363 erhielt der Ort das Marktrecht. Die Bauernaufstände im 16. und frühen 17. Jh. setzten dem Ort ebenso zu wie die Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Schon früh setzte die Industrialisierung ein. Ab 1776 wurde eine Baumwollspinnerei und -Weberei aufgebaut. Die territoriale Neugliederung nach dem Frieden von Preßburg führte zum Übergang des vorderösterreichischen Amtes Wehr an das Gro߬herzogtum Baden. 1848, im Jahr der Badischen Revolution, wurde deren Anführer Struve in Wehr gefangen genommen und in der Nä¬he des Städtchens wurden die Herwegh-Freischärler geschlagen. In den 1830er-Jahren erlebte Wehr einen wirtschaftlichen Aufschwung.
Damals enstanden größere Betriebe der Textil- und Papierindustrie. Während des Zweiten Weltkriegs (1943) verlagerte die deutsche Nie¬derlassung des schweizerischen Chemiekonzerns Ciba-Geigy (heu¬te »Novartis«) ihre Produktion von Berlin nach Wehr und ließ sich nach dem Zweiten Weltkrieg end¬gültig hier nieder. 1950 wurde Wehr zur Stadt erhoben.
Sehenswertes in Wehr und Umgebung
Der Stadtkern mit seinen historischen Bauten ist in jüngerer Zeit aufwändig saniert worden. Dazu kamen einige moderne Bauten so¬wie diverse moderne Plastiken. Das hübsch renovierte schönauische Alte Schloss mit seinem markanten Treppenturm wurde um 1574 erbaut. Es bietet heute Räumlichkeiten für Kulturveranstaltungen. Gleich nebenan errichtete man 1748 das Neue Schloss, einen gefälli¬gen Barockbau, dessen repräsentativen Saal Luigi Bossi mit kunstvol¬lem Stuck ausgestattet hat. Das Neue Schloss dient heute als Rathaus. Zu den beiden Schlössern kontrastiert die postmodern wirkende Stadthalle, in der schon viele namhafte Bühnenkünstler aufgetreten sind. Hier ist auch das Stadtmuseum untergebracht (Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 9.00 – 11.00 u. 14.00 – 16.00, So. 14.00 – 17.00 Uhr).
Ein architektonisches Schmuckstück ist das sog. Storchehus, das im 16. Jh. erbaut und 1990 gründlich renoviert worden ist. Vor dem spätgotischen Staffelgiebelbau, auf dem früher immer wieder Störche nisteten, weitet sich der Storchenplatz mit der eindrucksvollen Plas¬tik »Viola 90« von Jürgen Goertz, der mit seinem Werk die phäno¬menale Musikalität von Anne-Sophie Mutter feiert.
Eine weithin sichtbare Landmarke ist der von einer Zwiebelhaube mit kleinem Aufsatz gekrönte Turm der 1256 erstmals erwähnten Mar- tinskirche. Das Gotteshaus wurde nach 1777 errichtet und weist Bau¬formen des Barock, des Empire und des Klassizismus auf. Ein Kleinod ist die von Claudius Win¬terhalter gebaute Chororgel.

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Östlich über der Stadt sind Reste der mittelalterlichen Burg Werrach erhalten, die 1252 von den Habs¬burgern erobert worden ist. Nord¬östlich über der Stadt ist die Ruine der vermutlich im 12. Jh. errichte¬ten Burg Bärenfels (auch >Steinegg< genannt) ein beliebtes Wanderziel. Vom hohen Bergfried bietet sich ein schöner Ausblick.
Von Wehr führt ein lehrreicher Na¬turpfad (ca. 1/2 Std.) im Haseltal nordwestlich aufwärts zur Erd¬mannshöhle mit ihren bizarren Tropfsteinbildungen. Um dieses Karstphänomen im Muschelkalk des Dinkelberges, das bereits seit dem 14. Jh. bekannt ist, ranken sich allerlei Sagen und Legenden, die auch in den literarischen Wer¬ken von Johann Peter Hebel und Viktor von Scheffel verwoben sind.
Die Tropfsteinhöhle, die von einem Höhlenbach durchflossen wird, ist auf einer Länge von 560 m begehbar. Stalaktiten und Stalagmiten mit phantasievollen Bezeichnungen säumen den Weg: Irrgarten, Tempel, Märchenreich, Fürstengruft (mit zwei über 4 m hohen Tropfsteinen), Rittersaal, Konferenzsaal, Chormantel und Orgelpfei- fen (Führungen: Mai – Sept. tgl. 9.00 – 12.00, 14.00 – 17.00 Uhr).

Waldshut-Tiengen

Die im Rahmen der baden-württembergischen Gemeindereform im Jahre 1975 gebildete Doppelstadt ist das wirtschaftliche und kul¬turelle Zentrum am südöstlichen Rand des Schwarzwaldes
Zwischen den beiden Kernstädten Waldshut und Tiengen münden drei Flüsse in den Hochrhein: die aus den schweizerischen Zentralal¬pen herbeiströmende und viel Wasser führende Aare, die den südöstlichen Hochschwarzwald entwässernde Schlücht sowie die einen weiten Bogen beschreibende Wutach. Waldshut-Tiengen ist nicht nur Verwaltungs-, Kultur- und Schulzentrum für ein weites Umland, sondern vor allem auch wirtschaftliches Zentrum. Eine wichtige Rolle spielen die Energie¬gewinnung (Wasserkraftwerke), die chemische und die Grundstoffin¬dustrie sowie das produzierende Gewerbe (u.a. Textilveredelung, Holz und Kunststoff).
Die alte Amtsstadt Waldshut liegt auf dem rechten Hochufer des Rheins, der etwa 2 km flussauf¬wärts die Aare aufgenommen hat.
Von Waldshut führen eine Straßen- und eine Eisenbahnbrücke über den Hochrhein in den schweizerischen Ort Koblenz (Kanton Aar¬gau). Die als Ensemble noch bestens erhaltene Altstadt von Waldshut ist sozusagen der Prototyp der von den Habsburgem konzipierten »Waldstadt«. Die wehrhafte Siedlung ist in der ersten Hälfte des 13. Jh.s gegründet worden und sollte Schutz- und Kontrollfunktionen für ein weites Umland übernehmen. Ihr Machtbereich reichte bis zum Feldberg hinauf und umschloss rheinabwärts auch die kleineren Städte Laufenburg, Säckingen und Rheinfelden. Im Laufe seiner Ge¬schichte war Waldshut oft feindlichen Angriffen ausgesetzt. Doch man verstand es bestens, einerseits die freiheitsliebenden Hotzenwäl¬der Bauern in Schach zu halten und sich andererseits der im 14. und 15. Jh. anstürmenden schweizerischen Eidgenossen zu erwehren. Während des Dreißigjährigen Krieges war Waldshut für einige Jahre französisch und kam dann wieder an Österreich. 1724 wütete ein Stadtbrand. Noch im 18. Jh. blühte die Baumwoll- und Seidenspin¬nerei auf. Waldshut, bis 1801 der wichtigste österreichische Stütz¬punkt am Hochrhein, wurde 1805 dem Großherzogtum Baden zuge¬schlagen. In den 1930er- und 1940er-Jahren brachte die Stromge¬winnung im Südschwarzwald (Schluchsee-Werk, Kraftwerk Albbruck-Dogern) einen weiteren wirtschaftlichen Aufschwung. Waldshut wurde Standort zahlreicher Industriebetriebe mit hohem Energieverbrauch.

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Sehenswertes in Waldshut
Malerisch bietet sich Waldshuts Altstadt dar. Sie hat einen regelmäßigen Grundriss und wird von zwei mittelalterlichen Stadttoren ge- schützt. Außerdem sind noch Reste der einstigen Stadtbefestigung erhalten. Die Straßen sind gesäumt von schmucken, teils wundervolle Fassadenmalereien aufweisenden Bürgerhäusern des 16., 17. und 18. Jh.s mit vorgekragten Giebeldächern, Schopfwalmdächern und Dachgauben. Das schweizerische Vorbild ist unverkennbar. Hauptachse ist die Kaiserstraße, ein lang gestreckter, fast 20 m brei¬ter Straßenmarkt zwischen dem Oberen und dem Unteren Stadttor. Hier stehen repräsentative alte Bauten, so das nach dem Stadtbrand von 1726 neuerbaute Rathaus, dessen Architektur wohl vom be¬rühmten Baumeister Bagnato beeinflusst ist. Ein paar Schritte weiter beeindrucken das Gasthaus »Zum Wilden Mann« (16./17. Jh.; Zunft¬stube, Kassettendecke) und die Alte Metzig (1688), in der heute das Heimatmuseum untergebracht ist. Zu den alten Bauten kontrastiert die moderne Brunnenanlage mit dem »Waldshuter Männle« (1992) aus Bronze.
Hübsch ist auch das Greiffenegg-Schlössle, das im 15. Jh. erbaut und bis ins 18. Jh. mehrfach umgestaltet worden ist. Es steht auf mit¬telalterlichen Grundfesten und ist in schönstem Rokoko ausgestattet. Das mittelalterliche Obere Tor ist ein Architekturzeugnis der späten Gotik. Dahinter überspannt eine Steinbrücke einen kleinen Bachto¬bel. Sie wird flankiert von zwei Figuren, die der Barockkünstler Fide¬lis Sporer geschaffen hat.
Die katholische Stadtpfarrkirche St. Maria steht in der Nordostecke der Altstadt. Sie wurde 1804 unter Einbeziehung gotischer Baureste errichtet. Ihre Ausstattung ist dem Frühklassizismus zuzurechnen.
Etwa parallel zur Kaiserstraße verlaufen die Wallstraße und die Rheinstraße, an denen ebenfalls noch interessante, jedoch auf Reno¬vierung wartende Bauten stehen. Der runde Hexenturm ist ein noch sichtbarer Rest der nördlichen mittelalterlichen Stadtbefestigung.
Sehenswertes in Tiengen
Das alte Städtchen Tiengen liegt in einem waldumrahmten Talkessel der Wutach zwischen den Mündungen der Schlücht und der Steina. Der gut erhaltene mittelalterliche Stadtkern von Tiengen ist in den letzten Jahren liebevoll herausgeputzt worden. Erhöht über der Alt¬stadt thront das zwischen 1571 und 1619 erbaute Schloss der Fürsten von Schwarzenberg. Es beherbergt das interessante Klettgau-Mu- seum (Öffnungszeiten: April — Okt. Do. 16.00 – 18.00, So. 10.30 – 11.30 Uhr). Die Schlosskirche St. Maria mit stattlichem Turm ist 1751 nach den Vorstellungen des berühmten Vorarlberger Barock¬baumeisters Peter Thumb errichtet worden. Südlich unterhalb des Schlosses gefällt der restaurierte Storchenturm. Er war ein wichtiger Eckpunkt der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Beiderseits der den kleinen Stadtkern in ost-west¬licher Richtung querenden Haupt¬straße reihen sich schmucke trau- fständige Bürgerhäuser mit kunst¬volle Fassadenbemalungen
aneinander. Sehr schön renoviert ist auch das Rathaus. Am Ostrand des alten Stadtkerns weitet sich der wochentags belebte Marktplatz.
Umgebung von Waldshut-Tiengen
Vom Aussichtsturm auf dem 458 m hohen Bergsporn nördlich ober- halb von Tiengen bietet sich ein ausgezeichneter Rundblick.
Etwa 8 km südöstlich von Tiengen erreicht man – entweder zu Fuß über einen langgestreckten Bergrücken zwischen Klettgau-Graben und Hochrheintal oder via Bundesstraße 34 – die auf dem waldigen, 629 m hohen Küssaberg (Naturschutzgebiet) thronende mächtige Ruine der 1634 zerstörten Küssaburg, von deren Bergfried sich eine überwältigende Rundsicht bietet.

Waldkirch • Elztal

Die Edelsteinschleiferei und der Bau von Jahrmarktsorgeln und Karussels haben der nicht weit von ► Freiburg entfernten Elztal- Metropole zu Weltruhm verholten. Derzeit versucht Waldkirch, sich als »slow city« – als lebenswerte Stadt – zu etablieren.
Die am Fuße des aussichtsreichen Kandel (1243 m ü.d.M.) gelege- ne Stadt Waldkirch ist wirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt des Elztales. In früheren Zeiten war sie ein Zentrum der Edelstein¬schleiferei. Seit mehr als 200 Jahren werden hier Orgeln für Jahr¬märkte und Vergnügungsparks gebaut.
Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus. Man engagiert sich in Waldkirch sehr für einen umweit- und sozialverträglichen Tourismus (u.a. Heil- und Wildpflanzenseminare, Wohlfühl-Wo- chenenden für Frauen, Wildnis-Training, Mountainbike-Ausflüge).
Die Stadt geht zurück auf ein 918 gegründetes Benediktiner-Nonnen- kloster, das als solches bis 1430 und als Chorherrenstift bis 1806 be¬stand. Bei dem Kloster legten die Herren von Schwarzenberg eine Burg und eine Stadt an. Stadtrechte erhielt Waldkirch am 8. August 1300. Damit sicherten die Schwarzenberger ihre Position im Elztal, durch das ein großer Teil des Handels zwischen dem Schwarzwald und dem Elsaß verlief. Bald darauf ließen sich hier die ersten Edel¬steinschleifer nieder, deren Arbeit über Jahrhunderte hindurch zum Wohlstand der Stadt beitrug. 1805 fiel Waldkirch, das bis dahin zu Habsburg gehört hatte, an Baden.

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Sehenswertes in Waldkirch und Umgebung
Seinen alten Charme hat sich Waldkirch in seinem Kern noch weit¬gehend bewahren können. Den Marktplatz mit dem Marienbrunnen säumen hübsche Bürgerhäuser.
Nach wie vor höchstes Gebäude von Waldkirch ist die Stadtpfarrkir¬che St. Margaretha. Die ehern. Stiftskirche ist ein gelungener Barock¬bau des Vorarlbergers Peter Thumb. Sie entstand zwischen 1732 und 1734. Zur prächtigen Ausstattung gehören eine reich ge¬schmückte Kanzel und ein schmiedeeisernes Chorgitter.
Das Museum ist im ehern. Propsteigebäude untergebracht. Der Mitte des 18. Jh.s errichtete Bau fungierte nach der Auflösung des Chor¬herrenstiftes 1806 zeitweilig als Hotel. Auf drei Stockwerken werden vielerlei Exponate zur Regionalgeschichte gezeigt. Eine Besonderheit ist die Sammlung mechanischer Musikinstrumente. Im 19. Jh. er langte Waldkirch durch den Orgelbau Weltruhm. (Öffnungszeiten: Ostersonntag – Okt. Di. – Sa. 15.00 – 17.00, So. 11.00 – 17.00, Nov. bis Ostersamstag Mi., Fr., Sa. 15.00 – 17.00, So. 11.00 – 17.00 Uhr).
Am südlichen Stadtrand sieht man vorwiegend in Europa heimische Tierarten (Rot- und Damwild, Rehe, Dachse, Waschbären, Steinbö¬cke u.a.). In den Volieren fühlen sich vielerlei Vögel wohl. Die Fami¬lie der Eulen ist mit 20 Arten vertreten (Öffnungszeiten: April – Sept. tgl. 9.00 – 18.00, Okt., Nov., März tgl. 9.00 – 17.00 Uhr).
Nördlich oberhalb der Stadt thront die Ruine Kastelburg. Sie wurde im 13. Jh. von den Herren von Schwarzenberg erbaut (von ihrer ers¬ten Burg auf dem Schwarzenberg gibt es nur noch ein paar Reste). Zerstört wurde sie 1634. Man glaubte, die Festung gegen die Schwe¬den nicht halten zu können und steckte sie in Brand. Dennoch gilt die Anlage als Musterbeispiel spätmittelalterlichen Burgenbaus.
Waldkirchs 1243 m hoher Hausberg beherrscht das Gebiet zwischen Elztal, Simonswälder Tal und Glottertal. Unter den Hauptgipfeln des südlichen Schwarzwalds (Belchen, Blauen, Feldberg, Herzogenhorn, Schauinsland) ist der unvermittelt aus der Ebene aufragende Kandel einer der imposantesten: Die Fernsicht vom mattenbedeckten Gipfel reicht nicht selten bis zu den Alpen. Man erreicht den Kandelgipfel von einem Parkplatz an der Straße Waldkirch – St. Peter in wenigen Minuten: Man kann auch von Waldkirch aus den Aufstieg beginnen (Wanderdauer ca. 2,5 Std., Höhenunterschied ca. 1000 m). Im Gip¬felbereich gibt es zwei Rundwanderwege (1,6 km u. 9 km).
Elztal
Von Waldkirch zieht sich das Elztal etwa 23 km in nordöstlicher Richtung. In Prechtal ändert sich die Richtung des Tales. Nunmehr nach Süden führend steigt es als enges Waldtal weitere 10 Kilometer bis zum Rohrhardsberg an, wo die Quelle der Elz liegt. Beherrscht wird das Tal durch den Kandel (1241 m ü.d.M.), der über Waldkirch majestätisch aufsteigt, den kleinen Hörnleberg (905 m ü.d.M.) sowie den mächtigen Rohrhardsberg (1159 m ü.d.M.), um den die Elz he¬rumfließt. In dem Tal gibt es noch einige alte Schwarzwaldhöfe. Nordöstlicher Nachbarort von Waldkirch ist Gutach im Breisgau (4000 Einw., 260 – 907 m ü.d.M.) mit seinen drei Ortsteilen Gutach, Bleibach und Siegelau. In dem an der Einmündung des Simonswäl¬der Tales gelegenen Bleibach steht neben der im 16. Jh. erbauten und später mehrfach veränderten Pfarrkirche ein altes Beinhaus mit ei¬nem Totentanzfries aus dem Jahr 1722.
Der Luftkurort Elzach (6300 Einw., 362 m ü.d.M.) im oberen Elztal wurde 1290 von den Herren von Schwarzenberg neben einer älteren Dorfsiedlung gegründet. Zu den schönsten Häusern von Elzach gehören die Apotheke von 1532 und das Gasthaus zum Löwen von 1635. Im Alten Rathaus ist eine heimatkundliche Sammlung unter¬gebracht. Die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus besitzt einen schö¬nen Chor von 1522; das Langhaus entstand im 17. Jahrhundert. Die neugotische Wallfahrtskapelle Maria zu den Neun Linden bewahrt ein Muttergottesbild, das um 1510 entstand.
Simonswälder Tal
Das Simonswälder Tal, das von der Wildgutach durchflossen wird, ist ein besonders typisches Schwarzwaldtal. 5 km oberhalb von Waldkirch, bei Bleichbach, zweigt es südostwärts vom Elztal ab und zieht sich, 300 m ansteigend, zwischen den Bergmassiven des Kandel im Süden und der Brend im Norden etwa 17 km weit aufwärts. Der oberste tief eingeschnittene Teil nennt sich Wildgutachtal. Der Name des Tals leitet sich vermutlich von einem frühen Siedler ab.
Die Ortschaft Simonswald (2800 Einw., 300 – 1200 m ü.d.M.) ent¬stand erst 1974 durch den Zusammenschluss mehrerer früher selbst¬ständiger Gemeinden. Die Häuser und Bauernhöfe der einzelnen Ortsteile verteilen sich über das gesamte Tal. Die katholische Pfarr¬kirche St. Sebastian im Ortsteil Altsimonswald (umgebaut Mitte des 18. Jh.s) birgt im Seitenaltar drei spätgotische Skulpturen, von denen die hl. Katharina besonders schön ist.
Ein beliebtes Wanderziel im Simonswälder Tal sind die Zweribach- Wasserfalle westlich von Obersimonswald. Bei Trockenheit rinnt das Wasser zwar nur spärlich den Berg hinab, doch wirkt die Umgebung stets wildromantisch.
Durch das obere tief eingeschnittene Tal der Wildgutach gelangt man auf schmalem Sträßchen zur Hexenlochmühle. Diese 1825 erbaute Sägemühle mit zwei oberschlächtigen Wasserrädern gilt vielen Besu¬chern als Inbegriff der Schwarzwaldmühle (»Es steht eine Mühle im Schwarzwälder Tal …«). Sie ist seit 1839 im Besitz der Familie Trenk- le, die hier auf traditionelle Weise Uhrengestelle produziert.

Vogtsbauernhof

Eine der meistbesuchten Attraktionen im Schwarzwald befindet sich auf der Gemarkung der Gemeinde Gutach: das Schwarzwälder Freilichtmuseum »Vogtsbauernhof«. Es ist leicht zu erreichen über die B33, die von ► Offenburg kommend durch das Kinzig- und das Gutachtal hinauf nach Triberg und »-Villingen-Schwenningen führt.
Als der hiesige Vogtsbauernhof 1962 abgebrochen werden sollte, setzte sich der durch zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema »Schwarzwaldhaus« bekanntgewordene Professor Hermann Schilli für dessen Erhalt und die Einrichtung eines Museums ein. Danach wurden aus anderen Regionen des mittleren und südlichen Schwarz¬walds weitere charakteristische Höfe samt ihren Nebenbauten (Müh¬le, Säge, Speicher, Backhäuschen, Kapelle und Leibgeding) hierher gebracht und wieder aufgebaut bzw. originalgetreu rekonstruiert. Die Häuser sind noch mit z. T. originalem altem Hausrat und Wirt¬schaftsgeräten ausgestattet. Hübsch sind daneben auch die Bauern- und Kräutergärten.
Die verschiedenen im Schwarzwald vorkommenden Hausformen können gut unterschieden werden. Das Hotzenwaldhaus, ein Nach¬bau eines in Großherrischwand stehenden Hofes aus dem 18. Jh., steht mit der Längsseite zum Hang und wird durch eine Querein¬fahrt ins Dach erschlossen. Um dem relativ rauen Klima im Hotzen¬wald gerecht zu werden, besitzt es ein nach allen Seiten tief herabge¬zogenes Strohdach sowie im Innern einen Umgang, den sog. Schild, um Wohnbereich und Stall.

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Auch das Schauinslandhaus (Nachbau eines’ um 1680 entstandenen Hauses aus Hofsgrund) steht parallel zum Hang und besitzt eine Quereinfahrt. Es unterscheidet sich von allen anderen Schwarzwald¬häusern dadurch, dass sich der Eingang, geschützt durch einen tief herabreichenden Schindelwalm, an der Schmalseite befindet.
Der Hippenseppenhof, erbaut 1599 in der Nähe von Furtwangen und 1966 hierher versetzt, gilt als Beispiel für ein Heidenhaus, die häufigste im Schwarzwald vorkommende Hauskonstruktion (vor al¬lem im Bereich des mittleren hohen Schwarzwalds). Im Gegensatz zu den zuvor erwähnten Haustypen steht das Heidenhaus senkrecht zum Hang. Die Wageneinfahrt befindet sich in Längsrichtung auf der Kopfseite. Während bei den älteren Häusern dieses Typs der Wohn- bereich dem Hang und der Stall dem Tal zugewandt ist, wurde diese Anordnung bei den Heidenhäusern seit ca. 1600 um 180 gedreht. Der Vogtsbauernhof selbst steht seit etwa 1570 an seinem Standort, er ist Beispiel für das so genannte Gutacher Haus. Ein Erlaß des Jah¬res 1568 besagte, dass im württembergischen Herrschaftsgebiet we¬gen der Brandgefahr die Küche im Haus künftig mit Steinmauern oder Fachwerk zu umgeben sei. Sie wurde daraufhin in die Mitte des Hauses verlegt. Das Gutacher Haus zeigt eine besonders prächtige Schauseite mit mehreren Holzgalerien. Auf der Rückseite erschließt eine Hocheinfahrt den Dachraum. Abgesehen vom Sockel und der Ummantelung der Küche ist der Bau aus Holz errichtet. Die Kon¬struktion dieses Bauernhaustyps erwies sich als äußerst haltbar, so hielt man bis weit ins 19. Jh. an dieser Bauart fest und selbst im Hauptverbreitungsgebiet des Heidenhauses errichtete man schlie߬lich Häuser im Gutacher Stil.
Der um 1540 erbaute Lorenzenhof (ursprünglicher Standort war Oberwolfach) steht für das Kinzigtäler Haus. Da in den Tälern des mittleren Schwarzwalds auch der Obst- und Weinbau von jeher eine Rolle spielte, sind bei diesem Haustyp Kellerräume vorhanden. Ne¬ben ihnen liegen im gemauerten Unterteil des Hauses die Ställe.
Umgebung des Vogtsbauernhofs
Der Luftkurort Gutach (2400 Einw., 250-900 m ü.d.M.) zieht sich 8 km lang im unteren Gutachtal hin. Die Pfarrkirche besitzt in ih¬rem Chor spätgotische Malereien, das Langhaus ist barock gestaltet (1743). Die Trachten des Gutachtales sind die bekanntesten aller Schwarzwaldtrachten. Hierher kommt der bekannte Bollenhut (siehe Baedeker-Special, S. 30).
Wenige Kilometer nordwestlich von Gutach liegt das Städtchen Hausach an der Einmündung des Gutachtais in das Kinzigtal. Mit-telständische Industriebetriebe bestimmen das Bild, sie gehen zu¬rück auf eine Schmelzhütte und ein Hammerwerk des 18. Jh.s. Ebenso wie das benachbarte ► Haslach gehörte Hausach vom 13. Jh. bis 1806 den Fürstenbergern.
Schon 1148 wird die ehemalige Pfarr- und heutige Friedhofskirche St. Mauritius erstmals erwähnt. Auf den Resten des romanischen Vorgängerbaus entstand Anfang des 16. Jh.s die spätgotische Kir¬che. Noch aus romanischer Zeit (um 1200) stammt das über der Tür eingemauerte Tympanon mit einer Kreuzigungsszene. Im In¬nern beeindrucken der frühklassizistische Hochaltar von 1780 so¬wie Kanzel und Rosenkranzaltar (um 1740).
Das »Molerhiisli« in der Breitenbachstraße widmet sich dem Leben und Werk des Heimatdichters und Malers Eugen Falk-Breitenbach (1903 – 1979). Südlich über der Stadt sieht man die Ruine der 1643 zerstörten fürstenbergischen Burg Husen.

Villingen-Schwenningen 2

Sehenswertes in Schwenningen
Mittelpunkt von Schwenningen ist der Muslenplatz mit einer histori¬schen und einer modernen Seite. Beachtenswert sind hier das evan¬gelische Pfarrhaus und das ehemalige Lehrerhaus (Heimat- und Uh¬renmuseum), zwei schöne Fachwerkbauten aus dem 18. Jh., sowie der Turm der im Kern aus dem 15. Jh. stammenden Stadtkirche.
Die Ausstellung im früheren Lehrerhaus zeigt wertvolles schwäbi- sches Mobiliar aus dem 17., 18. und 19. Jh. und eine schöne Glas- Sammlung. Die Geschichte Schwenningens ist dokumentiert, Haupt¬attraktion ist die Uhrensammlung. Zu sehen sind schöne Schwarz¬walduhren sowie die Werkssammlung der Uhrenfabrik Kienzle (Kronenstr. 18; Öffnungszeiten: Di. – Fr. u. So. 10.00 – 12.00 u. 14.00 – 18.00, Sa. nur 14.00 – 18.00 Uhr).

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Das Schwenninger Rathaus ist 1927 nach Plänen des Stuttgarter Ar¬chitekten Herkommer errichtet worden. An seiner Nordseite ist das Mosaik »Krieg und Frieden« von Professor Babberger ein Blickfang.
Hinter dem Vogtshaus (1791) erstreckt sich der hübsch angelegte, nach dem Schwenninger Uhrenfabrikanten Mauthe benannte Erho¬lungspark. Weiter westlich trifft man auf das nach dem Dreißigjähri¬gen Krieg entstandene bäuerliche Anwesen »Ob dem Brückle«, in dem heute die Kunstscheune untergebracht ist.
Gezeigt werden hier Ausstellungen mit Werken der Klassischen Mo¬derne und mit Arbeiten junger zeitgenössischer Künstler. Ausgestellt wurden hier schon Arbeiten von Hans Thoma, Otto Dix und Joseph Beuys (Fr.-Ebert-Str. 35; Öffnungszeiten: Di. – So. 10.00 – 12.00 u. 14.00- 17.00 Uhr)
In den Gebäuden der 1855 von Johannes Bürk gegründeten Würt- tembergischen Uhrenfabrik kann man Industriegeschichte pur erle- ben. Die Uhrenfabrik des Johannes Bürk ist die älteste ihrer Art in ganz Württemberg. Neben der technischen Entwicklung in der Uh¬renfertigung werden die wirtschaftlichen sowie sozialen Verhältnisse des Fabrikzeitalters dargelegt. Es wird außerdem vorgefuhrt, wie seinerzeit mechanische Wecker als Massenware produziert worden sind (Bürkstr. 39; Öffnungszeiten: Di. – So. 10.00 – 12.00 u. 14.00 bis © 18.00 Uhr).
Auf dem Flugplatz östlich von Schwenningen sind Oldtimer und modernere Maschinen zu sehen. Dazu gehören eine »Me 109«, eine »Mig 15«, eine »Fiat G 91«, ein »Canberra B« und auch ein »Star¬fighter«. Hauptattraktion ist eine russische »Antonow 2«, die als größter Doppeldecker der Welt mit 18 m Spannweite und 5 m Hö¬he in die Geschichte der Luftfahrt eingegangen ist (Öffnungszeiten: März – Okt. tgl. 9.00 – 19.00, Nov. bis Feb. tgl. 9.00 – 17.00 Uhr).
Am südlichen Stadtrand erstreckt sich das Schwenninger Moos als ca.120 ha großes Naturschutzgebiet am Fuße der Keuper-Lias-Schichtstufe. Hier bestand nach der letzten Eiszeit eine kleine Seenplatte, die nach und nach verlandete. Ab dem 18. Jh. trugen Torfstecher das inzwischen herangewachsene Hoch¬moor großenteils ab. Ein Rest des reizvollen Feuchtbiotops konnte erhalten werden. Hier findet man auch die Hauptquelle des Neckars, die 1581 auf Geheiß des württembergischen Herzogs Ludwig gefasst wurde.
Umgebung von Villingen-Schwenningen
Auf der Baar östlich von Schwenningen liegt das alte Dorf Mühlhau- sen. In der ehern. Zehntscheuer, einem imposanten Fachwerkbau des 18. Jh.s, bietet ein bäuerliches Museum Einblicke in die ländliche Ar¬beitswelt (u.a. Geschichte des Brotbackens, der Flachsverarbeitung und der Imkerei). Ferner sind beachtenswert der sog. Wettebure¬schopf, das alte Holzofenbackhaus, die alte Schmiede, die Mosterei und die Mühle (Pfarrer-Mesle-Weg 1; Öffnungszeiten: April – Okt. So. 14.00 – 17.00 Uhr).
Südlich von Villingen erreicht man den Magdalenenberg mit einem hallstattzeitlichen Fürstengrabhügel (6. Jh. v. Chr.). Die Grabungs¬funde sind im Villinger Franziskanermuseum zu sehen.

Villingen-Schwenningen

Die Doppelstadt Villingen-Schwenningen ist das Zentrum der Re¬gion Schwarzwald – Baar – Heuberg. Sie entstand 1972 im Rahmen der baden-württembergischen Gemeindereform durch den Zusam¬menschluss zweier ursprünglich selbständiger Städte – dem badi¬schen Villingen und dem württembergischen Schwenningen.
Reste mehrerer Klosteranlagen bezeugen die Bedeutung der katholi- sehen Stadt Villingen bereits im Spätmittelalter. Das protestantische ehemalige Bauerndorf Schwenningen erlebte mit der Industrialisierung einen kometenhaften Aufstieg. Die Doppelstadt an der Neckar¬quelle ist Standort namhafter Industriebetriebe der Elektrotechnik und Feinmechanik sowie mehrerer Fach- bzw. Fachhochschulen.
Villingen ist ein alter Siedlungsplatz, wie ein Fürstengrab aus der Hallstattzeit (6. Jh. v.Chr.), römische Kulturzeugnisse und Siedlungs- spuren aus der Merowingerzeit belegen. 817 wurde erstmals der Ort »Ad Filingas« erwähnt, für den Graf Bertold von Zähringen 999 das Markt-, Münz- und Zollrecht sowie das Recht der Gerichtsbarkeit von Kaiser Otto III. erhielt. Im frühen 12. Jh. gründeten die Herzoge von Zähringen die Stadt Villingen, die 1218 Reichsstadt wurde und 1326 unter österreichische Herrschaft kam. Im Dreißigjährigen Krieg konnte sich Villingen mehrfach gegen anrückende protestantische Schweden und Württemberger behaupten. 1704 überstand Villingen die Belagerung durch 20 000 französische Soldaten. 1805/1806 kam die Stadt an das Großherzogtum Baden. 1907 fand hier eine erste größere Gewerbe- und Industrieausstellung statt, sozusagen ein Vor¬läufer der heute überregional bedeutsamen Südwestmesse.
Im Jahre 895 wurde erstmals die Siedlung »Suanninga« genannt. Die Villinger brannten das Dorf im Bauernkrieg von 1524/1525 fast voll¬ständig nieder, ebenso während des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1633. Das württembergische Schwenningen war im 18. und 19. Jh. das größte Dorf des Landes. Seine Bewohner lebten überwiegend von der Landwirtschaft und vom Handwerk (u.a. Uhrmacherei). 1820 bekam Schwenningen das Marktrecht. 1840 wurde der Orts¬kern durch einen Brand vernichtet. 1858 gründete Johannes Bürk (1819 – 1872) die erste Schwenninger Uhrenfabrik. Bald darauf ent¬standen die namhaften Uhrenfabriken Mauthe und Kienzle, 1907 er¬hielt Schwenningen das Stadtrecht.
Sehenswertes in Villingen
Noch erhalten sind Reste der Stadtbefestigung aus staufischer Zeit (13. Jh.). Neben den Stadttoren an den Enden des Straßenkreuzes – dem Riettor, dem Bickentor und dem Obertor (das Niedertor wurde 1847 abgerissen) – sind noch der Kaiserturm, der Romäusturm und
das Pulvertürmle erhalten. Muster¬gültig ist in Villingen das für die Zähringerstädte typische Achsen¬kreuz der Hauptstraßen erhalten. Es wird von der Oberen Straße mit dem Narrenbrunnen, der Niederen Straße, der Rietstraße und der Bi¬ckenstraße gebildet. Die mit Stein¬mosaiken gepflasterten Straßen – sie bilden heute die »gute Stube« der Stadt – werden von traufstän- digen Bürgerhäusern mit Dach¬gauben flankiert. Der Romäusturm (13. Jh.) im Südwesten der Alt¬stadt, mit 37 m der höchste Ge-schützturm der Stadtbefestigung, ist nach Remigius Maus, dem sa¬genhaften »Herkules von Villin¬gen«, benannt.
Mittelpunkt der Zähringerstadt Villingen ist das Liebfrauenmüns¬ter mit seinen beiden ungleichen Türmen. Mit seinem Bau wurde um 1130 begonnen. Das ursprüng¬lich romanische Gotteshaus erhielt nach dem Stadtbrand von 1271 ei¬nen gotischen Chor. Im 15. Jh. fand eine bauliche Erweiterung statt. 1701 erfolgte eine Barockisie- rung mit dem Einziehen einer Stuckdecke. Kunsthandwerkliche Glanzstücke sind die spätgotische Kanzel (um 1500) und das sog. Naegelinskreuz (14. Jh.) in der lin¬ken Turmkapelle, das als wunderwirkendes Schutzkreuz verehrt wird. Die modernen Kirchenportale aus Bronze sind 1984 angefertigt worden. Zum Münsterschatz gehören u.a. ein mittelalterliches Schei¬benkreuz und der sog. Fürstenbergkelch (13. Jh.). Das 1306 erstmals erwähnte Gebäude des Alten Rathauses mit spätgotischem Staffelgie¬bel steht am Münsterplatz. Um 1534 hat man es im Stil der Renais¬sance umgestaltet. Seit 1876 beherbergt es die Villinger Altertümer¬sammlung (bes. Zünfte und Handwerk), darunter Arbeiten des Töp¬fers Hans Kraut (um 1530 – 1596), der Goldschmiede Zacharias und Gottlieb Otto (Mitte 18. Jh.) sowie der Malerfamilie Schilling. Im früheren Ratssaal (1. OG) gefallen die Täfelung von 1530 und die Freskomalereien von 1621. Das Gebäude wird derzeit saniert. Neue Öffnungszeiten stehen noch nicht fest.
Ebenfalls am Münsterplatz steht das Neue Rathaus. Es ist das in sei¬nem Kern gotische einstige Münsterpfarrhaus, das erst seit 1926 als Amtssitz des Stadtoberhauptes genutzt wird.
Im Nordwesten der Altstadt trifft man auf das 1806 aufgehobene Be¬nediktinerkloster. Zu der barocken Anlage gehören eine Kirche, die Prälatur, Konventsgebäude und ein Gymnasium. 1084 wurde das ur¬sprünglich in ►St. Georgen beheimatete Kloster unter hirsauischem Einfluss gegründet. Im 12. Jh. besaß das Kloster in Villingen einen Pfleghof mit Kapelle. Nach ihrer Vertreibung aus St. Georgen bauten die Mönche ihren Villinger Pfleghof zur Prälatur aus. Erst in den 1660er-Jahren entstand der Nordflügel der Klosteranlage. Der West¬flügel des Konvents wurde 1730 vollendet.
Die dem hl. Georg geweihte barocke Klosterkirche wurde von 1688 bis 1730 nach Vorlagen des berühmten Vorarlberger Baumeisters Mi¬chael Thumb errichtet. Der Turm und die Ausstattung kamen erst Mitte des 18. Jh.s hinzu. Teile des Inventars hat der Villinger Kunstschreiner Martin Hermann im 17. Jh. geschaffen.
Im Westen der Altstadt ist die ehern. Klosteranlage der 1268 in die Stadt gerufenen Franziskaner zu finden. Die heißt heute kurz und knapp »Franziskaner« und fungiert als Kulturzentrum der Stadt. Die 1292 geweihte einstige Hallenkirche, die nach einem Brand (1704) vom Vorarlberger Baumeister Beer wieder aufgebaut worden ist, dient heute als Konzertsaal. Bemerkenswert sind die Sakristei mit schönen Fresken und gotischem Netzgewölbe sowie der Kreuzgang. Hier können Funde aus Gräbern der Hallstattzeit (Funde vom Mag- dalenenberg), die wichtigste in sich geschlossene volkskundliche Sammlung Südwestdeutschlands, eine Schwarzwaldsammlung (u.a. Glasmacher- und Uhrmacherhandwerk) und eine Ausstellung zur Villinger Fasnet besichtigt werden (Öffnungszeiten: Di. – Sa. 13.00 bis 17.00, So., Fei. 11.00 – 17.00 Uhr).
Beim Bickentor wurde im 13. Jh. ein Klarissenkloster gegründet. Die Ordensfrauen nahmen 1782 die Regel der hl. Ursula an. Noch heute ist in dem barocken Bauwerk eine Mädchenschule untergebracht, die von Nonnen geleitet wird. Die Klosterkirche stammt aus der Zeit um 1740 und enthält figürlichen Schmuck von J. A. Hops.
Im Westen der Stadt, Ecke Turm- und Rietgasse, steht die ehemalige Zehntscheuer (15. Jh.) der Universität Freiburg. 1456 fanden in Vil- fingen die Gründungsverhandlungen für die »Alma Mater« statt. Ers¬ter Universitätsrektor war der Villinger Bürger Matthäus Hummel.
Am nordwestlichen Stadtrand erstreckt sich das vorbildlich angelegte Villinger Kneippkurgebiet im Brigachtal mit Freibad, Wärmehalle und Schwimmkanal sowie Kurpark mit Cafe und Konzertmuschel.

Triberg

Wo tosen Deutschlands höchste Wasserfälle über mehrere Felstrep¬pen 163 Meter in die Tiefe? Und wo ist Deutschlands spektakulärs¬te Gebirgsbahn angelegt? Natürlich im Schwarzwald, in Triberg.
Das durch seine Wasserfälle in aller Welt bekannte Städtchen Triberg liegt im tief eingekerbten oberen Gutachtal. Es hat sich um eine mit¬telalterliche Burg derer von Horn¬berg entwickelt, die im Dreißigjäh¬rigen Krieg von schwedischen Sol¬daten niedergebrannt worden ist. Die Siedlung hatte bereits im 14. Jh. die Stadtrechte erhalten und war 1355 an Österreich gekom¬men. 1806 wurde Triberg dem Großherzogtum Baden zugeschlagen. Zwanzig Jahre später fiel es ei¬nem verheerenden Brand zum Opfer und musste komplett neu auf¬gebaut werden.
Triberg liegt am landschaftlich reizvollsten Streckenabschnitt der 1873 eröffneten Schwarzwaldbahn. Mit der Bahn kamen schon früh Kurgäste hierher. Doch neben dem Fremdenverkehr blieb das Uhr¬macher-Handwerk eine wichtige Einkommensquelle.

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Sehenswertes in Triberg
Zu den Top-Sehenswürdigkeiten im Schwarzwald gehören die Triber- ger Wasserfälle. Denn hier stürzt das wasserreiche Flüsschen Gutach aus einem hoch gelegenen Muldental über sieben hohe Kaskaden in ein enges Kerbtal des mittleren Schwarzwaldes. Mit einer Höhe von 163 Metern sind die Triberger Wasserfälle nicht nur die höchsten im Schwarzwald, sondern auch die höchsten in ganz Deutschland.
Die Waldschlucht ist durch einen gut befestigten Bergsteig mit meh¬reren Stegen erschlossen. Besonders eindrucksvoll bietet sich der Tri¬berger Wasserfall in niederschlagsreichen Perioden und zur Zeit der Schneeschmelze dar. Leider nur sehr selten kann man das überwälti¬gende Naturschauspiel der zu Eis erstarrten Fälle bewundern.
Gleich gegenüber dem Eingang zu den berühmten Wasserfällen lädt das reichhaltige Schwarzwaldmuseum zu einem Besuch ein. Neben einer volkskundlichen Sammlung besitzt es eine bedeutende Uhren¬kollektion sowie gut erhaltene Orchestrions und eine umfangreiche Drehorgelsammlung. In verschie¬denen Modellwerkstätten wird die Entwicklung des Schwarzwälder Handwerks aufgezeigt. Eine Doku¬mentation befasst sich auch mit dem Bau der Schwarzwaldbahn, und ein Modellstollen weist auf die Bedeutung der im Schwarzwald vorkommenden Mineralien hin (Öffnungszeiten: tgl. 10.00 -17.00 Uhr).
Das Rathaus am Marktplatz ist 1826 im Weinbrenner-Stil erbaut worden. Der Ratssaal im 1. OG ist komplett mit reichen Holzschnitze¬reien ausgestattet, die der Holz¬schnitzer Karl Josef Fortwängler (»Schnitzersepp«) im Jahre 1926 geschaffen hat (Öffnungszeiten: Mo. – Do. 9.00 – 12.00 u. 14.00 bis 16.00, Fr. 9.00 – 12.00 Uhr).
Das barocke Gotteshaus ist zu Be¬ginn des 18. Jh.s anstelle eines Vor¬gängerbaus aus dem 17. Jh. erbaut worden. Die Wallfahrt gilt einem Gnadenbild, das 1645 von einem unbekannten Meister geschnitzt worden ist, und dem wundersame Heilungen zugeschrieben werden. Die Altäre und die Kanzel hat der Villinger Bildhauer Anton Schupp (1664 – 1729) geschaffen. Die Bil¬der der Seitenaltäre stammen vom Rottweiler Künstler Johann Georg Glückherr (1653- 1731).
Triberg ist an der kühn trassierten Schwarzwaldbahn, die von ► Of- fenburg nach Singen am Hohenwiel führt. Sie ist 1873 nach Plänen des badischen Ingenieurs Robert Gerwig (►Berühmte Persönlichkei¬ten) fertiggestellt worden. Der gebirgige Abschnitt ►Hornberg – Tri¬berg – ►St. Georgen ist mit seinen Tunnels und Windungen der reiz¬vollste der gesamten Strecke. Ab Triberg werden mehrmals im Jahr romantische Tunnelfahrten mit Oldtimer-Triebwagen durchgeführt.
Umgebung von Triberg
Unterhalb von Triberg, an der B 33, lockt der Eble Uhren-Park mit der momentan größten Kuckucksuhr der Welt. Sie steht seit 1997 im Guinness-Buch der Rekorde. Ihr 4,50 m x 4,50 m großes und 6 t schweres Uhrwerk ist der Nachbau einer gut 100 Jahre alten Ku- ckucksuhr im Maßstab 60 : 1. Der Kuckuck ist 4,50 m lang und 150 kg schwer, das Pendel wiegt 100 kg. Das größte Rad im Uhrwerk hat 2,60 m Durchmesser (Ver¬kaufsausstellung und Besichtigung: Mo. – Sa. 9.00 – 18.00, Ostern bis Okt. auch So. 10.00 – 18.00 Uhr).
5 km nordwestlich oberhalb von Triberg liegt der für sein subalpines Reizklima bekannte Luftkurort Schonach (850 – 1152 m ü.d.M.;
5000 Einw.) in einem Hochtal zwischen Gutach- und Elztal. Der Ort ist zudem Zentrum des nordischen Skisports in Deutschland. Hier oben ist eine große Skischanze errichtet, über deren Tisch schon so mancher berühmte Wintersport-Athlet gesprungen ist. In Schonach beginnt der rund 100 km lange und bei entsprechender Schneelage vielbegangene Skiweitwanderweg zum ►Belchen.
Sehenswert sind in der Gemeinde die 1760 erbaute barocke Pfarrkir¬che sowie die Heimatstube (u.a. mechanische Krippe eines örtlichen Mechanikermeisters, Kuckucksuhrwerke, Trachten).
Die besondere Attraktion von Schonach ist die »erste weltgrößte Kuckucksuhr«, die der Schonacher Uhrmacher Josef Dold konstruiert
hat. Sie ist älter als ihre Konkurrentin unten an der B 33. Im Innern dieses Schwarzwaldhäuschens kann man ein 3,5 m hohes Uhrwerk
aus Holz bestaunen mit gewaltigen Holzrädern, einem 2,70 m langen Pendel, 1,5 m hohen Pfeifen und einem ca. 3/4 m hohen Kuckuck
(Besichtigung: tgl. 9.00 – 12.00 u. 13.00 – 18.00 Uhr).
Ca. 5 km südwestlich oberhalb von Triberg liegt Schönwald (950 -1150 m ü.d.M.; 2500 Einw.), ausgewiesener heilklimatischer Kurort, familienfreundlicher Ferienort und bekannter Wintersportplatz (u.a. Adlersprungschanze), im Hochtal der jungen Gutach. Die Siedlung ist im Mittelalter vom Kloster ► St. Georgen aus gegründet worden.
Von hier aus wurden einstmals Schwarzwälder Uhren in alle Welt ge¬tragen. Schönwald gilt als Heimat der Kuckucksuhr. Der einheimi¬sche Tüftler Franz Ketterer soll sie im Jahre 1730 ersonnen haben.
Heute spielt der Fremdenverkehr die überragende Rolle. Die Kur- und Freizeiteinrichtungen sind besonders an den Bedürfnissen von Familien mit Kindern ausgerichtet.
Schönwald ist ein sehr guter Ausgangspunkt für erlebnisreiche Wan- derungen und Radtouren zu den beiden Hauptquellen der Donau (Brigachquelle ► St. Georgen, Bregquelle ► Furtwangen) sowie zu den Aussichtstürmen von Brend (►Furtwangen) und Stöcklewald oberhalb der Gutachquelle. In der näheren Umgebung von Schön¬wald gibt es auch noch einige gut erhaltene alte Schwarzwaldhöfe.
Der 1619 bei Schwarzenbach errichtete Reinertonishof brannte im Januar 2006 ab. Dieser Schwarzwaldhof war ein höchst eindrucksvol¬les Baudenkmal. Der zum Anwesen gehörende Ponyhof sowie das beliebte »Vesperhäusle« konnten vor den Flammen gerettet werden.